Die Besteigungsgeschichte |
Christliche
Wallfahrer waren die ersten auf dem Hocheck |
| Erst 1799 wurde der Watzmann das erste Mal bestiegen. Oder war es 1800 oder 1801? So sicher sind sich die Chronisten darüber nicht. Sicher ist, dass in Berchtesgaden 1999 die 200-Jahrfeier der Erstbesteigung stattgefunden hat. |
| Ein besonders frommer Bergsteiger, Valentin Stanig, Theologiestudent und später Domkapitular stieg, wir nehmen es einfach an, 1799 hinauf aufs Hocheck. Einige Tage vorher war er auf dem Gipfel des Großglockner. Jetzt auf dem Hocheck störte sich Stanig daran, daß ihm die Mittelspitze den Blick auf den Großglockner verwehrte. Darum machte er sich auf den Weg hinüber. Schon der Anfang war böse, denn ich mußte über eine steile Platte hinabglitschen, an deren Ende mich nur ein kleiner Vorsprung vom Sturz in die unermeßliche Tiefe bewahrte. ... Bald mußte ich mich, auf einem schneidigen Rücken sitzend, weiter bewegen, bald in Lüften schwebend in steilen Wänden dahinklettern. Er erreichte die Mittelspitze, kehrte auf dem selben Weg zurück. Die erste Überschreitung der drei Watzmannspitzen gelang erst 1868 dem Bergführer Johann Grill, nach seinem Bauernhof Kederbacher genannt zusammen mit seinem Nachbarn Johann Punz, Preißei genannt und dem Österreicher Albert Kaindl. | Der
Kederbacher war am Watzmann zu Hause. Er kletterte eine Vielzahl von Touren zum
ersten Mal, so den Kleinen Watzmann und natürlich die berühmteste der Watzmanntouren,
die Ostwand. 1881 fand er eine heute noch sehr ernst zu nehmende Tour durch die
höchste der Ostalpenwände. Der Kederbacherweg verlangt die Überwindung von Kletterstellen
im vierten Grad. Ludwig Purtscheller gelang mit Preiß die zweite Begehung der Ostwand. Er schreibt: Würden die Berchtesgadener Berge um einige hunder Meter höher liegen, so könnte man diese Besteigung unzweifelhaft mit den größten Hochtouren in der Schweiz [...] vergleichen. In seiner Beschreibung der Ostwandbeschreibung beschreibt Purtscheller Preißens Bemühungen in der Schöllhornplatte: Preiß ... traf auf sehr glatte, jedes Vorsprungs bare Platten. Er erklärte, daß es ihm unmöglich sei, mit den Schuhen weiterzuklettern. Da er die Hände nicht frei hatte, so entledigte ich ihn seiner Schuhbegleidung, die indessen in meinem Rucksack verwahrt wurde. |
Mit dem Bergstock konnte ich Preiß ein wenig unterstützen. Langsam, mit großer
Anstrengung und oft lange vergeblich nach Griffen tastend, schob er sich empor.
Es waren aufregende Augenblicke, wie ich dergleichen im Gebirge selten erlebt
habe. Diese Schlüsselstelle ist nach Christian Schöllhorn benannt, der hier 1890 in dei Randkluft stürzte. Kederbacher barg ihn aus 60 Meter Tiefe. Der erste Tote der Ostwand. Ihm sollten bis heute noch 98 folgen. |