Blasi,
du Bazi
Bauernposse in drei Akten von Franzl Geisenhofer
Die
Bäuerin vom Ochsenhof ist eine angesehene Person, die alle respektieren,
die rechtschaffen das Anwesen führt und niemandem etwas schuldet. Dabei hat
sie es vor zwanzig Jahren nicht einfach gehabt: der Mann, den sie liebte, hat
sich aus dem Staub gemacht, als sie schwanger war. Zuhause wollte sie in ihrem
Zustand nicht bleiben, in Stellung wollte sie nicht gehen. Nach der Geburt ihrer
Tochter Afra hat sie voll Selbstvertrauen den Ochsenhof von ihrem Vetter gepachtet,
nachdem sie ihm geschrieben hat, dass sie geheiratet hat; die Tochter hat sie
ihm verschwiegen.
Der
Vetter hat sich so darüber gefreut, dass er 2000 Mark bei der Geburt eines
Nachkommen spendiert. Nach entsprechender Zeit hat die Ochshofbäuerin ihm
eröffnet, dass sie Zwillinge entbunden hat und der Vetter hat ihr prompt
4000 Mark zukommen lassen. Seit dieser Notlüge lebt sie in ständiger
Angst, dass der Vetter irgendwann einmal zu Besuch kommt, um ihren Mann und die
Zwillinge kennenzulernen. Und tatsächlich hat er nach über zwanzig Jahren
seinen Besuch angekündigt. Aber wo soll sie auf die Schnelle einen Mann und
eine zweite Tochter finden?
Die
Rettung kommt in Gestalt des Sterzhofbauern und seiner Tochter "Zenz"
- die in Wirklichkeit ein junger, heiratsfähiger Mann ist. Er will seinen
Blasi mit der Afra verheiraten und da ein reicher Bauer die Katze nicht im Sack
kauft, hat er den Blasi in ein Dirndlkleid gesteckt, um so herauszufinden, ob
die Afra sittsam und brav ist und vor allem, wie es mit der Mitgift bestellt ist.
Von Frau zu Frau, denkt er, redet man offener.
Also
bittet die Ochshofbäuerin den Sterzhofer, einen Tag - und natürlich
eine Nacht - ihren Mann zu spielen und die "Zenz" die Zwillingsschwester.
Natürlich geht dieser Schwindel nicht gut und der Vetter droht, die Hofüberschreibung
an die Bäuerin zurück zunehmen. Da zaubert die Ochshofbäuerin einen
entscheidenden Trumpf aus dem Ärmel.