Vinzenz in Nöten
Eine bayerische Posse in 3 Akten von Emil Stürmer
Er könnte ein
ruhiges, sorgenfreies Leben führen, der wohlhabende Bauer Vinzenz
Schirmer, wäre da nicht diese streitsüchtige Sali, sein Eheweib,
die ihn schikaniert und tyrannisiert, wo sie nur kann und das jetzt
schon dreissig Jahre lang. Da kann er mit seinem Spezi Severin Angerer,
der ein ähnlich schweres Schicksal teilt, nur resignierend feststellen,
dass beide besser ledig geblieben wären, denn aus dem lieben Gesicht
und dem süssen Lachen von einst ist in der Ehe nur ein Faltenkittel
geblieben und das Lachen ähnelt eher einem Hundegebell.
Allerdings
ist der Vinzenz nicht auf den Kopf gefallen und hat vor Jahren eine
Erbtante erfunden, die alt und allein in der nahen Stadt wohnt und um
die er sich ab und zu liebevoll kümmert. Seine Sali lässt
ihn auch gewähren, denn schliesslich gibt es ja irgendwann etwas
zu erben. In Wirklichkeit eilt der Vinzenz aber schnurstracks ins Wirtshaus,
um sich mit seinen Freunden am Stammtisch zu treffen und man kann sich
gut vorstellen, dass es dabei immer recht flott zugeht.
Doch das Lügengebilde
gerät in Gefahr, als Sali ihrer Freundin Louise, Severins Frau,
von der Erbtante erzählt. Die, von Natur aus misstrauisch, wittert
sofort eine Damenbekanntschaft, die Kathi heissen mag, aber ganz sicher
keine Tante ist, denn sonst hätte sie der Vinzenz nicht erst in
den letzten Jahren besucht. Sie rät der Sali, beim nächsten
Treffen mitzufahren, damit sie diese ominöse Tante endlich kennenlernt.
Jetzt ist der Vinzenz
in allergrössten Nöten, denn entweder fliegt sein Schwindel
auf und seine letzte Stunde hat geschlagen oder aber es findet sich
ganz schnell eine Person, die die Erbtante spielt. Und in dieser fast
aussichtslosen Situation fällt sein Blick auf seinen Freund Severin
....