Der Seitensprung
Bauernposse in 3 Akten von I. Borg
Der wohlhabende Bauer Heini
Heuberger ist schon ein arger Geizkragen: nicht nur, daß er peinlich genau
jede Telefoneinheit registriert und überzeugt ist, daß seine Frau Resi
mit zwanzig Mark Haushaltsgeld länger als eine Woche auszukommen hat, daß
er sein Auto lieber in der Garage stehen läßt, um Benzin zu sparen,
daß er lieber die Semmeln vom Vortag kauft, weil sie dann fünf Pfennig
billiger sind. Aber dafür hat er auch den größten Bauernhof weit
und breit, das größte Auto und den größten Mähdrescher
am Ort.
Mit
seinem Nachbarn, dem Linsmeier, ist er wegen einer Grundstücksangelegenheit
seit vielen Jahren zerstritten, was dessen Sohn Peter aber nicht daran hindert,
mit Heinis Tochter Luise anzubandeln. Seine Schwägerin Hanni, angeblich mit
einem Bankdirektor verheiratet, soll erst sein Haus betreten, wenn er ein ähnliches
Vermögen vorzeigen kann. Und daß das ganze Dorf über ihn lacht,
macht ihm überhaupt nichts aus.
Ein
Lottoschein, den die Heuberger Resi heimlich vom Haushaltsgeld ab-zweigen muß
und der auf einigen Umwegen zur Annahmestelle gelangt sowie die Neue Bedienung
in der Bahnhofswirtschaft, ein Rasseweib, das so recht nach Heini's Geschmack
ist, sorgen dafür, daß der Heuberger in Panik gerät und binnen
kurzer Zeit zu allem Ja und Amen sagt, auch zur Heirat von Luise und Peter. Fast
könnte er einem leid tun, wenn die Familie auf seinen Nerven herumtrampelt
und er plötzlich doppelt soviel arbeiten muß als in der Zeit, wo er
noch keine Angestellte hatte. Doch die Frauen am Hof kennen kein Erbarmen ....