Zwei alte Sünder
Ein bayerischer Lachschlager
in 3 Akten von Peter Hinrichsen
Sie
sind schon zwei bedauernswerte Pantoffelhelden, die beiden Freunde und
Nachbarn Lallinger und Dollinger, denn bei ihren Ehehälften haben sie
wirklich nichts zu lachen. So ist der Tag des Schneidermeister Phillip
Lallinger ausgefüllt mit Hausarbeit, beginnend in aller Herrgottsfrüh
mit Holzhacken, Wäsche aufhängen zum Trocknen und danach ordentlich
zusammenrollen und bügeln; und immer, wenn er glaubt, endlich zu seiner
Schneiderei zu kommen, fällt seiner Konstanzia schon wieder etwas ein,
womit sie ihn drangsalieren kann. Denn die Schneiderarbeit, meint sie,
kann er ja in der Nacht erledigen, damit er da auch einmal etwas macht.
Nicht
besser ergeht es seinem Freund Maxl Dollinger, der inständig hofft,
von den Qualen des Ehejochs befreit zu sein, als er seine Resi bewegungslos
im Bett findet und sie für tot hält: anstatt zum Doktor zu laufen oder
doch wenigstens zum Pfarrer trinkt er sich aus lauter Freude im Wirtshaus
einen Mordsrausch an und schläft - gezwungenermaßen - erst einmal eine
Nacht darüber, bevor er beschließt, seiner Resi ein Ersterklassebegräbnis
zu spendieren. Als die plötzlich ganz lebendig vor ihm steht, fehlt
nicht viel und der Maxl braucht einen Sarg.
Verständlich
also, daß beide wenigstens noch ein einziges Mal aus der Ehe ausbrechen
und so richtig auf die Pauke hauen wollen. Gelegenheit dazu ergibt sich,
als Lallingers Sohn, der Toni, zwei Ehrenkarten zur Verkehrsausstellung
nach München hat. Sie erzählen ihren Frauen, daß der Bürgermeister den
Dollinger ganz offiziell in seiner Eigenschaft als Gemeinderat nach
München beordert hat und der Lallinger ihn begleiten muß. Es versteht
sich von selbst, daß sie die Verkehrsausstellung nur kurz sehen, um
einen Stempel zu bekommen, ansonsten aber das Nachtleben Münchens ausführlich
erkunden. Zu ihrem Pech finden die Ehefrauen in der Hosentasche eine
Eintrittskarte einer gewissen Casanova-Bar; was jedoch noch schlimmer
ist: vor der Haustür steht plötzlich eine fesche und junge Frauensperson,
die behauptet, in München von den beiden Schlawinern Mausi
genannt und aufs Land eingeladen worden zu sein.