Die falsche Hochzeiterin
Bauernposse in 3 Akten von Ludwig Sippel
Die Liebe - wie sollte es in einer zünftigen Bauernposse auch sein -
spielt in diesem Stück die Hauptrolle und natürlich führt sie nicht
auf geradem Wege zum Traualtar, vielmehr sind zahlreiche Hindernisse
bis dorthin zu überwinden.
Die junge, hübsche Traudl, Tochter der verwitweten Kammerloherin, trägt
ein hartes Schicksal auf ihren zarten Schultern, soll sie doch nach
dem Willen ihrer energischen Mutter den Heidegger Beni heiraten: denn
der erbt einmal den reichen Hof und Traudl wäre damit die reichste Bäuerin
im ganzen Bezirk. Da es in den Augen der Kammerloherin nicht auf das
Äußere eines Menschen ankommt und schon gar nicht auf Intelligenz, ist
für sie der Beni ein durchaus passabler, wenn auch etwas depperter Hochzeiter.
Traudl liebt jedoch den Knecht Flori, einen zwar feschen, jedoch mittellosen
jungen Mann.
Die Magd Kathi, eine naive, aber fleißige Person, die für amerikanische
Filme schwärmt, hat die rettende Idee: als der Beni auf dem Wegscheidhof
seine Aufwartung macht und um die Hand der Traudl anhält, gibt sie sich
als Tochter des Hauses aus, denn das Schicksal kennt sie aus ihren Filmen
genau: diejenigen, die sich mögen, bekommen sich nicht und diejenigen,
die sich bekommen, mögen sie nicht.
Verwirrspiel, Eifersucht, Tollpatschigkeit und herzerfrischende Dialoge
prägen die drei Akte dieses Lustspiels und da solche Stücke gut auszugehen
pflegen, gibt es am Ende sogar drei glückliche Paare.