Der liebestolle Bauer
Bauernposse in 3 Akten von Peter Hinrichsen
Ein bewährtes Mittel bei chronischem Geldmangel kann eine Heirat sein
- so haben schon verarmte Adelshäuser gedacht und so denkt auch der
Kleinbauer Blasi Grundler, darin bestärkt von seiner resoluten Frau
Resi.
Sein Hof ist verschuldet, es droht die Zwangsversteigerung. Aber schließlich
hat er ja alle Trümpfe in der Hand: einen feschen und vor allem heiratsfähigen
Sohn, den Flori und eine hübsche und mit einer ordentlichen Mitgift
ausgestattete Hochzeiterin, die Cilli, Tochter des Großbauern Huber.
Und da sich der Grundler und der Huber einig sind, können den Blasi
die Schreiben des Gerichtsvollziehers überhaupt nicht beunruhigen.
Doch groß ist die Überraschung, als der Huberbauer mit seiner Cilli
auf den Grundlerhof kommt: vor einiger Zeit schon haben sich die jungen
Leute auf einem Volksfest kennengelernt und sympathisch gefunden. Leider
hat sich der Flori damals der Cilli gegenüber schlecht benommen und
das will sie ihm jetzt zurückzahlen: kurzerhand erfindet sie eine Schwester,
die Kathi und schlüpft abwechselnd in deren Rolle. Diese Kathi ist das
ganze Gegenteil von Cilli, nämlich ein Trampel, wie er im Buche steht.
Angeblich bekommt sie wegen ihres unattraktiven Aussehens die Mitgift,
weil sonst Gefahr besteht, daß sie nie unter die Haube zu bringen ist.
Unter diesen Umständen drohen natürlich die Träume der Grundlers zu
platzen, denn der Flori denkt gar nicht daran, die Kathi zu heiraten:
er will die Cilli, auch ohne Mitgift. Damit dem Blasi die Felle - sprich
das Geld - nicht völlig davonschwimmen, schwänzelt er plötzlich um die
Kathi herum wie ein liebeshungriger Kater um das Katzerl. Seiner Resi
und auch der Cilli - oder ist es die Kathi -, bleibt das merkwürdige
Verhalten nicht verborgen und sie beschließen als Verbündete im Kampf
gegen das männliche Geschlecht, dem liebestollen Bauern eine Abreibung
zu verpassen, die er so schnell nicht vergessen wird ....